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In einer ganz anderen Gewichtsklasse (HSt Florian Huber PDF

Nein, so wollte sich Robin Künzel bestimmt nicht verabschieden. Der zu schweren 143-Kilogramm-Hantel schickte der Heinsheimer Heber am Samstagabend eine wegwerfenden Handbewegung hinterher.

Weg, das ist Künzel ab Freitag auch. Acht Monate lang wird er durch Australien reisen. "Das hätte ich als junger Kerl auch gerne gemacht", sagt sein Trainer Ferdinand Wittmann.

Die klare 604,6:904,3-Niederlage des Aufsteigers beim deutschen Meister Obrigheim aus der Nähe von Mosbach, die konnten Künzel und Co. nicht verhindern. Dafür hätte schon Supermann oder irgend einer aus der Riege der Comic-Superhelden mitwirken müssen.

Lautstark Das deutsche Meisterteam aus Obrigheim war am Samstagabend eine Klasse für sich. Das liegt auch am Publikum. 500 Zuschauer machen Lärm wie 5000, wenn die Hantel droht, auf der Brust zu schwer zu werden. Da fühlen sich 150 Kilogramm auf einmal nur noch wie 75 an, weil die Kraft des lautstarken Chors die Hantel die letzte Etappe mit nach oben trägt. Den jungen Eigengewächsen Matthäus Hofmann und Nico Müller half das zu starken Leistungen, keiner der Obrigheimer blieb unter 130 Relativpunkten. Da Jakob Neufeld bei der WM im Einsatz war, bekamen die Gastgeber 160,1 Punkte für ihn gutgeschrieben.

Schon früh war klar: Das hier wird kein Duell Obrigheim gegen Heinsheim, sondern jedes Team hebt für sich. Im eigenen Tempo. Im eigenen Rhythmus. Der Gegner dabei: Die selbst gesetzten Punktmarken. 900 auf Seiten der Gastgeber, 600 bei den Gästen, die von rund 60 Fans unterstützt wurden. Die Obrigheimer gingen an die Hantel, wenn die Heinsheimer schon fertig waren. "Das ist wie im DFB-Pokal, wenn der Meister auf ein Amateurteam trifft. Da geht es auch nicht ums Gewinnen, sondern nur darum, gut auszusehen", sagte Heinsheims Technischer Leiter, Ralf Fein. Einer bei den Heinsheimern sah besonders gut aus. Aleksandar Dimitrov glänzte mit sechs perfekten Versuchen. 150 Kilogramm im Reißen, 186 im Stoßen. "Mein Ziel war in der zweiten Liga immer, dass ich der beste Heber des Abends bin. Das bin ich nun auch", sagte der Bulgare im Trikot des TSV. Bitteschön: Erstes Ziel erreicht. Mit 180 Relativpunkten war Dimitrov der stärkste Mann des Abends. Das hatte er selbst so nicht erwartet: "Im Training, daheim in Bulgarien, da war ich schwach", sagte er. Kaum zu glauben. Im Wettkampf war es dann anders. Das viele Adrenalin. Die Atmosphäre. Dimitrov sagte: "Ja, Bundesliga macht Spaß." Selbst als klarer Verlierer.

"Wir haben unser Ziel erreicht", sagte Abteilungsleiterin Martina Dosquet über die 604,6 Punkte. Teamsenior Oliver Ehemann nahm es sportlich: "Von unserer Punktzahl her gehören wir eigentlich in die zweite Liga. Jetzt sind wir hier her geraten und versuchen, uns ein Jahr durchzumogeln."

Internet Robin Künzel wird die nächsten Wettkämpfe aus der Ferne verfolgen. "Es gibt auch in Australien Internet. Unser Claus Weis stellt da ja immer schnell die Filme der Kämpfe auf Youtube. Die schaue ich mir garantiert an", sagte Künzel, der im Land der Kängurus fitbleiben will: "Vielleicht stemme ich ein paar Bananenstauden." Auch ohne Künzel ist schon jetzt klar: Der TSV Heinsheim hat die zweitstärksten Jungs entlang des Neckars. Das ist doch auch etwas.

SV Germania Obrigheim 904,3 Punkte:

Jakob Neufeld 160,1 Punkte (bei der WM), Adrian Müller (Körpergewicht 62,7 kg) 130 Punkte (Reißen 112 kg/Stoßen 130 kg), Alexander Oberkirsch (70,0 kg) 157 Punkte, (140 kg/150 kg), Nico Müller (85,5 kg) 161 Punkte (145 kg/187 kg), Rene Horn (89,4 kg) 141,2 Punkte (140 kg/180 kg), Matthäus Hofmann (95,0 kg) 155 Punkte (160 kg/185 kg) - Außer Konkurrenz: Philipp Hülser (74,5 kg) 95 Punkte (108 kg/132 kg).

TSV Heinsheim 604,6 Punkte:

Erik Kübler (59,0 kg) 88 Punkte (80 kg/104 kg), Vladimir Estrada-Morell (62,2 kg) 68 Punkte (80 kg/100 kg), Kevin Kübler (73,6 kg) 97 Punkte (110 kg/130 kg), Aleksandar Dimitrov (78,3 kg) 180 Punkte (150 kg/186 kg), Robin Künzel (85,7 kg) 86,6 Punkte (120 kg/138 kg), Oliver Ehemann (114,3 kg) 85 Punkte (125 kg/170 kg).

 
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