Enttäuschung

Klar, dass sich das auch im Ergebnis niederschlug: Mit 558,2:681,4 verlor der TSV Heinsheim das Kräftemessen beim SVG. Der Aufsteiger war bedient: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das war ein richtiger Scheißtag. Das war ein Fallentinstag, so oft wie wir die Hantel haben fallen lassen“, stöhnte Ralf Fein, der Technische Leiter. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zum letzten Mal nur 558 Punkte hatten. Da muss ich tief in den Annalen kramen. Das muss zu Oberliga-Zeiten gewesen sein“, erklärte Abteilungsleiterin Martina Dosquet und gab zu: „Dieses Ergebnis ist enttäuschend. Es ist jenseits von Gut und Böse.“

Dass der TSV Heinsheim gegen den deutschen Mannschaftsmeiser nur Außenseiterchancen haben würde, war schon im Vorfeld klar gewesen. Dass er im Kernkraftwerkstädtchen aber einen sportlichen Super-GAU erleben würde, damit hatte niemand gerechnet - schon gar nicht die touristisch veranlagten TSV-Fans, die mit dem Bus nach Obrigheim gefahren waren.

Was sie dort sahen, gefiel ihnen nicht. Vor allem Erik Kübler machte Sorgen. Das 19-jährige Nachwuchstalent brachte nur einen seiner sechs Versuche ins Ziel, im Reißen leistete er sich gar ein Loch. Diese Nullrunde war insofern tragisch, weil er die 69 Kilogramm im dritten Versuch gestemmt hatte, die Hantel dann aber vor lauter Begeisterung vorzeitig abwarf.

„Vielleicht hat ihn da unser Jubel irritiert. Schade. Er hat die 69 Kilogramm ja gehabt und Nervenstärke bewiesen“, sagte Martina Dosquet und nahm Kübler in Schutz: „Die Niederlage an ihm aufzuhängen, wäre falsch. Das ist keine Entschuldigung für die anderen.“ Auch andere im Team schwächelten. Michael Teichert etwa; oder Bartzomiej Osuch, der mit 129 Punkten weit hinter den Erwartungen blieb. Einzig Kai Wittmann glänzte - trotz Trainingsrückstands. „Seine 100 Punkte sind eine Sensation“, fand Dosquet.

Besprechung

Wie es nun weitergeht? Nach der Derbypleite wird sich die Mannschaft in dieser Woche zusammensetzen. „Wir werden den Wettkampf ansprechen, ohne daraus eine fünfstündige Krisensitzung zu machen“, erklärte Teamsprecher Oliver Ehemann. „So etwas kann halt mal passieren.“ Einen Trost gibt es jedenfalls: Das rote Lämpchen hat der TSV in dieser Saison zwar oft gesehen, die rote Laterne aber noch nicht. Die hängt nach wie vor beim VfL Duisburg, dem Tabellenletzten der Bundesliga.

SV Germania Obrigheim: Nico Müller (63,8 kg Körpergewicht) 118,0 Punkte (Reißen 105 kg/Stoßen 128 kg); René Horn (93,3 kg) 130,4 (140 kg/177 kg); Oliver Caruso (94,0 kg) 125,0 (140 kg/173 kg); Thorsten Hauß (104,3 kg) 83,0 (125 kg/162 kg); Carsten Diemer (114,6 kg) 103,0 (141 kg/190 kg); Almir Velagic (122,6 kg) 122,0 (150 kg/190 kg).

TSV Heinsheim: Erik Kübler (55,7 kg Körpergewicht) 43,0 Punkte (Reißen 0 kg/Stoßen 85 kg); Kai Wittmann (64,5 kg) 100,0 (98 kg/120 kg); Michael Teichert (76,4 kg) 81,0 (105 kg/127 kg); Marcel Heinzelmann (83,9 kg) 105,2 (120 kg/153 kg); Oliver Ehemann (112,2 kg) 100,0 (133 kg/176 kg); Bartzomiej Osuch (122,3 kg) 129,0 (157 kg/190 kg).

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