Sein Spitzname ist „Schneemann“. Nun ist der Schneemann aufgetaut und erlebt im Herbst 2007 seinen zweiten Frühling. Oliver Ehemann, Gewichtheber des Zweitligisten TSV Heinsheim, stellte beim 640,6:602,6-Heimsieg gegen den AV 03 Speyer neue Bestleistungen im Reißen (136 Kilogramm) und im Stoßen (180 Kilogramm) auf. „Keine Ahnung, woran es liegt“, sagt der 32-Jährige in einem Gespräch mit Eric Schmidt.

Herr Ehemann, was haben Sie am Samstag vor dem Wettkampf gegessen?

Oliver Ehemann: Eigentlich nichts. Zwei, drei belegte Weckle.

Mit was drauf?

Ehemann: Fleischkäse.

Das sollten Sie jetzt vor jedem Wettkampf essen, oder?

Ehemann: Ich hoffe doch! Ich werde da mal in unserer Küche Bescheid sagen, dass sie künftig immer Fleischkäs-Weckle machen.

Warum ist Oliver Ehemann so stark wie nie zuvor?

Ehemann: Das ist eine gute Frage. Keine Ahnung! Ich weiß es nicht, ich kann es mir selber nicht erklären. Ich könnte jetzt sagen, ich habe das Training umgestellt. Aber das ist nicht so. Ich mache nichts anders. Ich könnte scherzhaft behaupten: Ich suche einen Sponsor. Ich war letzte Woche Skifahren, da braucht man ja wieder Geld. Aber im Ernst: Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich drei Kilogramm schwerer bin als vergangenes Jahr.

Vielleicht waren Sie gegen den AV Speyer besonders motiviert?

Ehemann: Mit Sicherheit war das auch ein ausschlaggebender Grund. In der Presse hat der AV Speyer erklärt, dass er in Heinsheim der Favorit ist, dass er hier gewinnen will, dass wir hier prinzipiell keine Chancen haben. Da ist man dann schon motiviert. Und das hat man bei uns an der ganzen Mannschaft gesehen.

640,6 Punkte sind ein erstklassiges Ergebnis.

Ehemann: Damit hätte ich nicht gerechnet.Wir sind von 610, 615 Punkten ausgegangen.

Sind Sie wegen den Fehlversuchen Ihres Teamkollegen Falk Künzel nie ins Schwitzen gekommen?

Ehemann: Überhaupt nicht. Falk hat beim Warmmachen 110 Kilogramm gerissen. Die Versuche waren bärenstark. Dann kam er raus auf die Bühne und hatte zwei unglückliche Versuche. Die passieren mal. Das ist aber kein Beinbruch. Dafür sind wir eine Mannschaft. Das nächste Mal reißt Falk jemanden raus.

Sie selbst haben ausgiebig gejubelt. Haben mit den Armen gerudert und sind auf die Knie gegangen.

Ehemann: Das ist einfach über mich gekommen. Ich hatte keine Kraft mehr. Sonst wäre ich vielleicht nochmals in die Luft gesprungen.

War der Sieg gegen Speyer die Vorentscheidung im Kampf um den Titel?

Ehemann: Prinzipiell ja. Wenn wir uns nicht ganz doof anstellen in Weinheim,wenn wir dort gewinnen, werden wir Meister. Selbst wenn sich Speyer noch verstärken sollte.

Und für einige Leute beim TSV kommt damit das Aufstiegsgespenst?

Ehemann: Mit Sicherheit. Einige im Umfeld würden auf die 1. Liga lieber verzichten. Wenn wir aber Meister werden und die Aufstiegskämpfe gewinnen, dann müssen wir es durchziehen – selbst wenn es in der Bundesliga etwas auf die Nuss gibt.

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