Mister Barton, wie fällt Ihr Fazit aus zu dieser EM in Heinsheim?

Bill Barton: Unvergesslich!

War es die beste Europameisterschaft, die es je gab?

Barton: Absolut. Wie könnte man nur die leiseste Kritik anbringen an solchen Titelkämpfen?! Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solch exzellente Meisterschaft erlebt zu haben. Es war eine wundervolle EM − und das in jeder Beziehung. Die gute Organsation. Der gute Sport. Die vielen neuen Rekorde. Großartige Freundschaften. Das gute Miteinander. So mag ich Europameisterschaften: Nach den Wettkämpfen setzt man sich zusammen, hat Zeit, um miteinander zu reden. Es gibt da überhaupt keinen Neid.

2006 hat der TSV Heinsheim schon mal eine EM ausgerichtet...

Barton: Auch damals war es sehr, sehr schön. Vor der EM 2006 haben Martina Dosquet, die Abteilungsleiterin des TSV Heinsheim, und ich uns mehr als 100 E-Mails geschrieben. Schon damals ist mir aufgefallen, dass Martina nie eine sinnlose Frage gestellt hat. Alles hatte eine Bedeutung. Dieses Mal haben wir vielleicht 20 E-Mails ausgetauscht. Sie ist eine kluge Frau mit einem klugen Mann. Ich hatte nie den geringsten Zweifel, dass die Europameisterschaften sehr, sehr gut werden.

Sie haben Martina Dosquet nicht umsonst in die "Hall of fame" des European Masters Committees aufgenommen...

Barton: Als Vorsitzender des European Masters Committee kann ich die Entscheidung treffen, Leute in die Hall of fame aufzunehmen, die nicht so viele Meisterschaften mitgemacht und nicht so viele Medaillen gewonnen haben. Da geht es dann nicht um die sportliche Bilanz. Das ist erst bislang zwei Mal der Fall gewesen. Erstens bei Danielle Segonzac aus Frankreich, die 2003 eine sehr gute Meisterschaft ausgetragen hat. Und nun bei Martina Dosquet, die schon zwei Europameisterschaften auf die Beine gestellt hat. Jeder hat die erste EM in Heinsheim genossen, und ich weiß, dass jeder auch die zweite genossen hat. Ich kann Martinas Aufnahme in die Hall of fame voll rechtfertigen.

Seit 1992 dürfen Frauen bei der EM mitstoßen. Wie sehen Sie die Entwicklung des Frauen-Hebens?

Barton: Gut. Sehr gut. Hier in Heinsheim wurden viele Rekorde gebrochen. Ich weiß nicht, wie viele genau, aber es waren eine ganze Menge. Ich denke, die Frauen stärken unseren Sport.

Sie sind erst 72 Jahre alt. Warum haben Sie eigentlich nicht mitgehoben in Heinsheim?

Barton: Weil ich Schulterverletzungen hatte. Und an beiden Schultern operiert worden bin. Ein bisschen trainieren tu ich schon − sowohl das Reißen als auch das Stoßen. Aber Wettkämpfe bestreite ich nicht. Ich spiele Tennis, ich schwimme, sooft ich kann − und ich mag guten Wein, gutes Bier und gutes Essen. Auch das war im übrigen gut hier.

Haben Sie in der EM-Woche auch mal etwas anderes gesehen als die Josef-Müller-Halle?

Barton: Nein. Als Masters-Committee-Vorsitzender musste ich immer da sein, um mit den Leuten zu reden. Manchmal bin ich morgens am Neckar entlang gelaufen. Es ist sehr schön dort, mit einem sehr schönen Grün − so wie bei mir zu Hause.

Wann findet die nächste EM in Heinsheim statt?

Barton: Wann immer Martina Dosquet und Ralf Fein sich entscheiden, dass sie wieder einmal Zeit dafür haben. Solche Meisterschaften auszutragen, ist eine große Kraftanstrengung. Ich weiß das. Aber Martina, Ralf und das ganze Organisationsteam haben es exzellent gemacht. Sie haben Maßstäbe gesetzt.

 

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